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Eiweiß, auch als Protein bekannt,
ist lebensnotwendig und überall im Körper aktiv. Genauer: Nicht das
Eiweiß selbst, sondern die Aminosäuren, aus denen es aufgebaut ist,
gelten als Grundbaustein für alles Leben. Muskeln, Haut und Haare,
die Knorpel und Knochen sowie die Organe sind auf Eiweiß angewiesen,
ebenso der Stoffwechsel und das Immunsystem. Denn Eiweiß hat im
Gegensatz zu Kohlenhydraten und Fett einen recht umfangreichen
Aufgabenkatalog. Schon der Körper an sich besteht zu bis zu 20
Prozent aus Eiweiß. Es wird ständig auf- und abgebaut, muss also
regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden.
Um das Nahrungseiweiß, das sich vom
körpereigenen Eiweiß unterscheidet, verwerten zu können, muss es
vorher in seine Bestandteile, die Aminosäuren, zerlegt werden. Diese
Aufgabe übernehmen Enzyme im Darm. Von hier aus werden sie neu
zusammengestellt. Dabei werden Ketten aus mehr als 100 Aminosäuren
gebildet, die je nach Reihenfolge und Anordnung ganz
unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Eine genaue Zahl, wie viele
verschiedene Proteine im Körper vorhanden sind, gibt es nicht. Nur
eine Schätzung, die von rund 50.000 Eiweißen ausgeht. Unterschieden
wird zwischen den essentiellen Aminosäuren, die ausschließlich über
die Nahrung aufgenommen werden, und den nicht-essentiellen
Aminosäuren, die der Körper selbst herstellen kann.
Die Aufgaben der Proteine sind so
vielfältig wie sie selbst. Sie sind für den Körperaufbau sowie die
Entwicklung einer jeden Zelle verantwortlich und ermöglichen erst
die Kontraktionen der Muskeln, aus denen Bewegung entsteht. Als
Enzyme sorgen sie dafür, dass die chemischen Prozesse im Körper
funktionieren. Die Ionenkonzentration wird über sie reguliert.
Eiweiße transportieren Eisen und Hämoglobin im Blut, wirken als
Hormone und Antikörper.
Eiweiße sind kleine Multitalente,
die mit einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung in
ausreichender Menge aufgenommen werden. Sie finden sich in Fleisch,
Fisch, Milchprodukten, Getreide, Obst und Gemüse. Ernährungsexperten
raten dazu, vor allem auf pflanzliche Eiweißlieferanten zu setzen,
da sie kein Cholesterin enthalten. Der tägliche Bedarf liegt bei
rund 0,8 bis ein Gramm Eiweiß je Kilo Körpergewicht. Das sind
ungefähr, ausgehend von einem Normalgewicht, je nach Alter und
Geschlecht zwischen 44 und rund 60 Gramm am Tag. Wird zu wenig
Eiweiß konsumiert, ergeben sich gravierende Mangelerscheinungen, die
sich in Haarausfall, fehlendem Antrieb, Störungen des Wachstums bei
Kindern, Muskelschwäche und im Extremfall Ödemen bemerkbar machen.
Wird dem Körper auf Dauer kein oder zu wenig Eiweiß zur Verfügung
gestellt, endet das in der Regel tödlich.
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