Schroth Diät

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Die Schroth Diät trägt viele Namen. Mal ist von einer Schrothkur die Rede, dann wieder von der Schrothschen Diät. Wer es genau nimmt, muss jedoch zwischen den einzelnen Begriffen unterscheiden, denn der Fuhrmann Johann Schroth hat sich im 19. Jahrhundert durchaus weitreichende Gedanken zu den Themen Ernährung und Gesundheit gemacht. Auch die Bezeichnung als Diät ist schwierig, sodass eher von einem Naturheilverfahren gesprochen werden sollte, bei dem die Entgiftung im Vordergrund steht. Wer sich einer Schroth Diät unterzieht, fördert nach Ansicht der Befürworter die Selbstheilungskräfte des Körpers. Aufgrund der großen Beliebtheit dieser Methode existieren sowohl ein Deutscher Schrothverband als auch ein Internationaler Schrothbund, die sich einerseits der klassischen, andererseits einer zeitgemäß weiterentwickelten Variante verschrieben haben.

Wie funktioniert die Schroth Diät?

Die Schroth Diät wurde 1820 erfunden. Fuhrmann Schroth erholte sich von einem Huftritt und stellte bald eine Analogie zwischen den Heilungsprozessen bei Tieren und Menschen her. Schroth, der schon bald der Kurpfuscherei bezichtigt wurde, geht von einem Wechsel von Trink- und Trockentagen aus, in denen mal sehr viel, mal lediglich ein halber Liter getrunken wird. Zudem besteht die Ernährung aus salz- und fettlosen Speisen mit geringem Eiweißgehalt. Die Basis bilden Breis aus Getreide, die durch gegartes Gemüse oder Obst ergänzt werden. Hinzu kommen trockene Brötchen oder Gebäck. Die aufgenommene Menge an Kalorien liegt bei der klassischen Schroth Diät bei maximal 500 kcal, weshalb die modifizierte Form auf 1.000 bis 1.500 kcal aufstockt. Der Grund liegt in der Vermeidung des gefürchteten Jojo-Effekts. Ebenfalls verzichtet eine heutige Schroth Diät auf die zuvor eingeplanten alkoholischen Getränke wie Weißwein oder Wacholderschnaps.

Folgt man dem Deutschen Schrothverband, so eignet sich die Schroth Diät bei 20 Indikationen bzw. Krankheiten. Stets handelt es sich um eine kurzfristige Fastenkur, die keinesfalls die sonst übliche Ernährung ersetzen soll. Abgerundet wird die Diät durch die so genannten Schrothschen Packungen, bei denen der Körper über Nacht in feuchte Tücher gehüllt und mit Wärmflaschen gewärmt wird.

Positive Aspekte der Schroth Diät

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Folgt man den Befürwortern, so erweist sich eine Schroth Diät als segensreich bei einer Reihe von Stoffwechselstörungen wie Gicht oder Migräne und ist auch als Mittel gegen Allergien und das Burn-Out-Syndrom geeignet. Zudem findet eine Schroth Diät ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht in speziellen Kurkliniken statt, womit eventuelle Gesundheitsrisiken abgefedert werden. Als anerkanntes Schroth-Heilbad empfiehlt sich Oberstaufen im Allgäu. Neben den unterstellten Vorteilen durch eine Gewichtsabnahme von bis zu zehn Prozent des Körpergewichts sollte eine Schroth Diät mit Bewegung kombiniert werden und auf maximal drei Wochen jährlich begrenzt werden. Mit anderen Worten ist auch den Fürsprechern die Mangelernährung bekannt, wird jedoch zu therapeutischen Zwecken in Kauf genommen.

Nachteile der Schroth Diät

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Glaubt man den meisten Wissenschaftlern und Ernährungsexperten sowie der „Stiftung Warentest“, so ist dringend von der Schroth Diät abzuraten. Wer unter Krebs, Leberzirrhose oder einigen anderen Krankheiten leidet oder sich in der Schwangerschaft befindet, sollte unbedingt Abstand nehmen. Auch im gesunden Zustand kann die Schroth Diät infolge des Proteinverzichts zu schwindender Muskelmasse führen. Des Weiteren fehlen dem Körper lebenswichtige Vitamine und die geringe Zufuhr an Flüssigkeit kann ebenfalls zu gesundheitlichen Schäden führen. Besonders problematisch erscheint die Schroth Diät, wenn – wie in der klassischen Variante vorgegeben – an Trockentagen Weißwein getrunken wird. Alkohol wirkt einerseits harntreibend und regt andererseits den Appetit an, womit gleich zwei Gründe gegen den Konsum während einer Diät existieren.

Ebenfalls als schwierig gilt die Durchführbarkeit der Schroth Diät. In den eigenen vier Wänden sollte man darauf verzichten und für die meisten Menschen ist der Aufenthalte in einer Kurklinik in Relation zu anderen, erprobten, Diätformen schlichtweg zu teuer. Ob die Krankenkassen mitspielen, erscheint überaus fraglich.


Kategorie: Diäten | Erscheinungsdatum: | Autor: Textfisch -

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