Atkins Diät

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Ginge es allein nach Bekanntheit und Komplexität: der Atkins Diät wäre sicherlich ein Platz unter den Top Ten der Diätformen vergönnt. Ins Leben gerufen wurde sie in den 1970er Jahren durch Robert Atkins, der im Jahr 1989 das Unternehmen Atkins Nutritionals Inc. Gründete. Die Firma hat mittlerweile eine Insolvenz hinter sich und wurde 2010 verkauft. Es ist darauf hinzuweisen, dass auch diese Form des Abnehmens eine Reihe von Kritikern hat. Das Prinzip basiert auf dem Low-Carb-Ansatz, also der Reduzierung bzw. kompletten Vermeidung von Kohlenhydraten. Im Umkehrschluss dürfen sowohl Protein als auch Fett in nahezu unbegrenzter Menge auf den Speiseplan gelangen. Viele Fans der Atkins Diät nutzen diese dafür, sich vorwiegend von Fleisch zu ernähren und vertreten dabei die Auffassung, dass der Körper nach und nach aus dem Fett die so genannten Ketonkörper bildet. Da es sich hierbei um einen langfristigen Prozess handelt, wird eine Atkins Diät in vier Phasen unterteilt.

Wie funktioniert die Atkins Diät?

Dreh- und Angelpunkt der Atkins Diät sind die Versprechen, dass weder Kalorien gezählt noch Sport getrieben werden muss. Beide Thesen wurden von Robert Atkins in seinem grundlegenden Buch „Die Diät-Revolution“ aufgestellt, das die Atkins Diät schnell bekannt machte. Indem nur eine geringe Menge an Kohlenhydraten aufgenommen wird, bleibt der Blutzuckerspiegel niedrig. Fehlende Vitamine und Mineralstoffe werden durch Zusatzpräparate aufgenommen, Fett und Protein bilden die Grundlage der Energieversorgung. Dadurch, dass Protein nicht vom Körper gespeichert werden kann, rückt jedoch das Fett in eine zentrale Rolle.

Hintergrund der Atkinsschen Überlegung ist das automatische Umstellen des Stoffwechsels auf Fettverbrennung, wenn keine Kohlenhydrate mehr zugeführt werden. Die Leber sorgt durch die so genannte Ketose dafür, dass Ketonkörper entstehen und einen Ersatz für die fehlende Glucose bilden. In der ersten Phase, der Einleitungsdiät besteht die Ernährung vor allem aus Fleisch und Eiern. Es folgen die Phase zwei bis vier, in denen wieder mehr Kohlenhydrate genossen werden dürfen, die Maximalmenge jedoch bei 60 Gramm täglich liegt. Aufgrund der zentralen Bedeutung der Ketose, werden Anhänger der Atkins Diät auch als „Ketarier“ bezeichnet.

Welche Vorteile bietet die Atkins Diät?

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Als Hauptvorteil der Atkins Diät gilt die einfache Umsetzbarkeit. Wo andere Diätformen mit umfangreichen Listen von erlaubten und verbotenen Lebensmitteln und streng einzuhaltenden Diätplänen daherkommen, genügt bei einer Atkins Diät der weitgehende Verzicht auf Kohlenhydrate. Ebenfalls sehen viele Menschen im Verzicht auf sportliche Betätigung einen Vorteil. Einige wissenschaftliche Studien haben den gewichtsreduzierenden Effekt der Atkins Diät bestätigt und gehen zudem davon aus, dass kein negativen Auswirkungen auf die Insulin- und Cholesterinwerte zu verzeichnen sind. In einer optimalen Atkins Diät machen Fette zwischen 40 und 45 Prozent der Ernährung, Proteine weitere 40 Prozent und Kohlenhydrate lediglich maximal 20 Prozent aus, was landläufigen Vorstellungen von einer ausgewogenen Ernährung klar widerspricht. Fakt ist jedoch, dass bei fehlender Kohlenhydratzufuhr nach und nach der Glykogenspeicher des Körpers geleert wird und danach – indirekt – die Fettverbrennung einsetzt.

Nachteile einer Atkins Diät

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Kritiker stellen die Nachteile der Atkins Diät in den Mittelpunkt. Unumstritten ist der Nebeneffekt starken Mund- und Körpergeruchs, der durch die Bildung von Aceton als Nebenprodukt der Ketose entsteht. Ebenfalls wird vielerorts von einem hohen Risiko auf einen Jojo-Effekt ausgegangen. Darüber hinaus könnte eine Atkins Diät die Nieren belasten, die Blutfettwerte steigen lassen und zu einem erhöhten Risiko auf eine Gicht-Erkrankung führen. Anderenorts wird von Leberschäden, Akne und Verstopfung ausgegangen und je nach Fettsäuren kann sich auch Diabetes vom Typ 2 einstellen. Ebenfalls als Nachteil ist die oftmalige Fehlinterpretation der Diätregeln anzusehen. Der Erfinder der Atkins Diät hat in seinen Büchern explizit darauf hingewiesen, dass es bei der Diät keineswegs darum geht, sich wahllos mit Fleisch und anderen fettreichen Lebensmittel vollzustopfen und zudem verschiedene Phasen zu beachten seien.


Kategorie: Diäten | Erscheinungsdatum: | Autor: Textfisch -

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