Grundumsatz - was Sie wissen sollten

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Wenn es um das Thema Abnehmen geht, fällt oftmals der Begriff „Grundumsatz“. Was auf den ersten Blick wie aus der Betriebswirtschaft entlehnt scheint, ist im medizinischen Bereich auch als basale Stoffwechselrate bekannt. Vereinfacht ausgedrückt, handelt es sich um die Energiemenge, die der Körper ohne Anstrengung und bei einer bestimmten Temperatur zum Funktionieren benötigt. Sobald Sie sich bewegen, erhöht sich die Energiebedarf, sobald Sie Nahrung zu sich nehmen, wird dieser Bedarf naturgemäß bedient. Entsprechend lässt sich hier lediglich von einem annähernden Wert sprechen, der durch eine Vielzahl an Faktoren bestimmt wird.

Welche Faktoren beeinflussen den Grundumsatz?

Der Grundumsatz ist eher als ein theoretisches Konstrukt als ein tatsächlicher Wert zu sehen. Das Setting besagt dabei, dass der Magen komplett leer ist, die Außentemperatur bei rund 28 Grad Celsius liegt und sich der Körper in völliger Ruhe befindet. Der tatsächliche Grundumsatz wird jedoch sowohl durch Faktoren wie das Alter, die Körpergröße und -gewicht als auch den Anteil an Muskelmasse, den Gesundheitszustand sowie die Kleidung beeinflusst. Mit anderen Worten muss bereits im Ruhezustand von individuellen Werten ausgegangen werden, die sich noch dazu – je nach Tagesablauf – unterscheiden.

Entsprechend erfolgt die Berechnung des Grundumsatzes auch über Näherungsformel oder auch einfache Faustformeln, die zumindest für das Abnehmen tauglich sind. Im Falle einer Messung bedient man sich der Kalometrie und misst mit Spirometern das Volumen der Atemluft und den Verbrauch an Sauerstoff, um einen validen Wert zu erhalten. Angeboten werden entsprechende Messungen sowohl in Kliniken als auch in manchen Arztpraxen sowie sportwissenschaftlichen Instituten.

Wie lässt sich der Grundumsatz berechnen?

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Wenn Sie Ihren Grundumsatz berechnen möchten, eignen sich unterschiedliche Formeln. Besonders etabliert ist die Harris-Benedict-Formel, die bereits im Jahr 1918 aufgestellt wurde und neben der Körpermasse auch die Größe und das Alter einbezieht. Zudem wird zwischen Frauen und Männern unterschieden. Die Maßeinheit ist eigentlich das Watt bzw. Joule, das Arbeit ins Verhältnis zur Zeit setzt. Da sich diese Einheit jedoch nicht flächendeckend durchgesetzt hat, rechnet man im alltäglichen Gebrauch in Kalorien um (und meint damit Kilokalorien).

Welche Formeln bestimmen den Grundumsatz?

Neben der Harris-Benedict-Formel wurde in späteren Jahren eine Anpassung an den Broca-Index vorgenommen, um den Grundumsatz auch bei Menschen mit einem Body Mass Index jenseits eines Wertes von 30 ermitteln zu können. Alternativ existiert seit 1990 die Mifflin-St. Jeor-Formel, die im Durchschnitt um rund fünf Prozent genauer misst. Die Formel lautet: 10 x Gewicht in kg + 6.25 x Größe in cm – 5 x Alter in Jahren -161 für die Frau bzw.10 x Gewicht in kg + 6.25 x Größe in cm – 5 x Alter in Jahren +5 für den Mann.  Für den Alltag kann jedoch ausreichen, wenn Sie mit einer einfachen Faustformel oder einem Kalorien- bzw. Grundumsatz-Rechner arbeiten. Ein gängiger Vorschlag für eine Fausformel lautet: Gewicht in Kilogramm mal 24 bzw. 0,9 * Gewicht in Kilogramm mal 24 für die Frau. Auf Wunsch ist für Frauen mit einem BMI kleiner als 30 auch: kcal pro 24h = [655 + 9,6 x Gewicht (KG) + 1,8 x Größe (cm) - 4,7 x Alter] und für Männer kcal pro 24h = [66,5 + 13,7 x Gewicht (KG) + 5 x Größe (cm) - 6,8 x Alter] anzusetzen.

Bemerkenswert ist dabei, dass die Leber und die Muskulatur des Skeletts mit 26 Prozent den größten Anteil am Grundumsatz haben. Dahinter folgen das Gehirn mit 18 Prozent und das Herz mit neun Prozent sowie die Nieren mit sieben Prozent.

Der Grundumsatz in der Praxis

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Wie lässt sich die Grundumsatz in die Praxis überführen? Diese Frage ist durchaus berechtigt, da wir nur selten ohne jede Regung bei gleichbleibender Temperatur unsere Zeit verbringen. Aus diesem Grund wird neben dem Grundumsatz mit dem Leistungsumsatz gerechnet, der sich recht valide schätzen lässt. Der Gesamtenergieumsatz errechnet sich aus dem Grundumsatz multipliziert mit einem PAL-Faktor. Die Abkürzung PAL wird in der Ernährungswissenschaft verwendet und steht für das englische „Physical Activity Level“, also den Grad der körperlichen Aktivität. Dieser liegt bei reinem Liegen oder Sitzen bei 1,2 und kann im Fall schwerer körperlicher Arbeit bis auf den Faktor „6“ ansteigen. Im Krankheitsfall kommt auch noch der Traumafaktor hinzu, da der Genesungsprozess ebenfalls Energie in Anspruch nimmt.

Wenn Sie Abnehmen möchten, sollten Sie ganz einfach weniger Kalorien aufnehmen, als Sie verbrauchen. Ermitteln Sie hierfür anhand von Grundumsatz und PAL-Faktor Ihren täglichen Kalorienverbrauch und passen Sie Ihre Ernährung möglichst daran an.


Grundumsatz Rechner

Mit diesem Rechner können Sie Ihren persönlichen Grundumsatz ausrechnen lassen. Bitte geben Sie alle Werte in ganzen Zahlen an.

in vollen KG
in vollen cm
in ganzen Jahren


Kategorie: Grundumsatz | Erscheinungsdatum: | Autor: Textfisch -


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