Guar

Ballaststoffe
Guar oder die Guarbohne wird bereits seit Anfang der 1960er Jahre im Lebensmittelbereich genutzt. Seit Kurzem wurde die Nutzpflanze jedoch mancherorts in den Rang einer regelrechten „Superpflanze“ erhoben. So liefert Cyamopsis tetragonoloba, wie Guar mit botanischem Namen heißt, vor allem Ballaststoffe und wird unter anderem bei Verdauungsproblemen angewendet. Des Weiteren handelt es sich beim Guarkernmehl um einen Zusatzstoff in vielen Lebensmitteln, der zudem bei Übergewicht Anwendung findet. Wer möchte, kann die Blätter und die frischen Hülsen von Guar sogar als Gemüse essen, doch wird dies hierzulande kaum praktiziert.

Wie und wo kommt Guar vor?

Guar ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Bohne, wenngleich die Früchte eher Erbsen gleichen. Die Pflanze gehört in die Familie der Schmetterlingsblüter und gedeiht auf Feldern, vor allem in Indien und Pakistan. In der Höhe erreicht eine Guarpflanze bis zu zwei Metern, die Früchte sind rund zehn Zentimeter lang und die Samen bringen es auf einen Durchmesser von rund fünf Millimeter.

Geerntet und genutzt werden die Samen. Diese werden nach der Ernte von den äußeren Schichten und dem Keimling gesäubert und gemahlen. Es entsteht das Guarkernmehl, das auch Guarmehl oder Guargummi genannt wird. Verantwortlich für die Nutzbarkeit der Pflanze ist der Mehrfachzucker Guaran, der in den Kernen in hoher Konzentration enthalten ist.

Wozu wird Guar verwendet?

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Guar wird auch als E412 geführt und findet sich in einer Reihe von Lebensmitteln. Darüber hinaus wird Guarkernmehl auch als Verdickungsmitteln beim umstrittenen Frackingverfahren angewendet. Im Lebensmittelbereich findet sich Guar unter anderem in fertigen Salatsoßen, Eiscreme sowie in Suppen und in Milchmix-Getränken. In dieser Verwendung handelt es sich um einen Stabilisator bzw. um ein Bindemittel. Weitere Möglichkeiten, um Guar zu nutzen ist das Zusetzen an Tabak oder die Herstellung von Haargel.

Wie gesund ist Guar?

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Neben der Verwendung in der Lebensmittelindustrie, wird Guar auch als medizinischer Ballaststoff verabreicht. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und breit gefächert. So zählen beispielsweise Übergewicht oder auch Verdauungsprobleme zu den klassischen Indikationen. Wenn Guar in den Darm gelangt, kann das Bohnenmehl dort größere Mengen an Flüssigkeit binden. In diesem Bereich bringt es die Pflanze auch einen acht- bis zehnfach höheren Wert als beispielsweise Weizenkleie. Mit anderen Worten quillt Guar auf und es entsteht ein Brei, der die Entleerung des Magens verlangsamt. Zudem wird die Wand des Darms mit einer dünnen Haut überzogen und die Darmperistaltik angeregt. Guar wirkt sättigend und sorgt zudem dafür, dass die Blutzuckerwerte gleichmäßiger ansteigen und der Insulinanstieg langsamer vonstatten geht, da der Glykämische Index (Glyx) von Speisen, die Guar enthalten gesenkt wird. Zuletzt sinkt auch der Cholesterinspiegel. Voraussetzung hierfür ist die Einnahme rund eine halbe Stunde vor jeder Mahlzeit, wodurch bereits ein Sättigungsgefühl entsteht und in der Folge nicht mehr so viel gegessen wird.

Beliebt ist Guar auch deshalb, weil so gut wie keine Nebenwirkungen bekannt sind und sich das „Medikament“ auch langfristig anwenden lässt. Zudem kann Guar überall hin mitgenommen werden und ist geschmacksneutral. Zu finden ist Guarkernmehl in nahezu jedem gut sortierten Bio-Supermarkt sowie im Versandhandel. Es ist allerdings vor der Einnahme darauf hinzuweisen, dass die Substanz nach Ansicht mancher Wissenschaftler Allergien begünstigen und auch Blähungen auslösen kann. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Guar daher auch als potenziell riskantes Schlankheitsmittel eingestuft.

Autor:

BMI- Rechner.net