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Untergewicht

Gertenschlanke Modells, Mode nur für Dünne und die allgegenwärtigen Diättipps haben ein Körperbild geprägt, bei dem nur eines zählt: Schlank sein – und das oft um jeden Preis. Einmal in der Spirale gefangen, nicht mehr mit seinem Körper zufrieden zu sein und bei jedem Gramm mehr gleich die Nahrungszufuhr zu drosseln, droht Untergewicht. Während die Diskussionen um Fettleibigkeit immer lauter werden, führen die Gefahren durch Untergewicht ein Schattendasein. Sie werden nur selten thematisiert. Dabei sind in Deutschland rund zwei Millionen, davon wesentlich mehr Frauen als Männer, laut Statistischem Bundesamt untergewichtig.

Schlank ist schick, sagen sich viele. Das macht es umso schwerer, Untergewicht genau zu definieren. Einen pauschalen Wert liefert der Body Mass Index (BMI). Ergibt die Rechnung Körpergewicht geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat einen Wert von 18,5 und niedriger, sprechen Ernährungswissenschaftler und Ärzte von Untergewicht. Entscheidend sind und bleiben allerdings die individuellen biologischen Variablen, die nun mal von Mensch zu Mensch verschieden sind. Nur so kann unterschieden werden, ob Untergewicht oder Unterernährung vorliegt.  

Mangel- oder Unterernährung kann beispielsweise durch Krankheiten hervorgerufen werden. Dazu gehören die Laktoseintoleranz, bei der die Nahrung nicht richtig verwertet wird, und die Schilddrüsenüberfunktion. Auch bei Schmerzen, Verschlüssen im Bereich von Magen und Darm oder Parasiten kann es dazu kommen, dass nicht genug Nahrung aufgenommen wird und es somit zur Unterernährung kommt. Bekannter sind Essstörungen wie beispielsweise die Ess-Brech-Sucht, die eine Mangelernährung zur Folge haben. Hinzu kommen genetische und immer häufiger auch soziale Faktoren wie finanzielle oder psychische Probleme.

Dem Körper ständig weniger Nährstoffe zur Verfügung zu stellen als er normalerweise benötigt, führt auf Dauer zur Unterversorgung und damit einer Reihe möglicher Komplikationen und Risiken. In Mitleidenschaft gezogen wird in erster Linie der Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers. Es kommt zu Mangelerscheinungen, weil nicht genügend Nähr- und Mineralstoffe sowie Vitamine im Organismus vorhanden sind. Bei Kindern kann eine dauerhafte Fehlernährung die geistige Entwicklung behindern. Generell werden die Muskelfunktionen beeinträchtigt, heilen Wunden langsamer, ist man wesentlich anfälliger für Infektionen und hat nur eine verminderte Lebenserwartung. Dann hilft nur eine Therapie, in der es vornehmlich um das richtige Essen, je nach Auslöser auch um die Psyche geht.

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