Sauerkirschen

Sauerkirschen

Sauerkirschen (lateinisch: Prunus cerasus) sind zwar mit den Süßkirschen verwandt, verstehen sich jedoch als eigenständige Pflanzenart. Die Steinfrucht, die auch Weichselkirsche oder schlicht Weichsel genannt wird, entstand vermutlich durch eine Kreuzung aus der Vogelkirsche und der Steppenkirsche.


Zur Botanik der Sauerkirschen

Obstkorb
Sauerkirschen wachsen sowohl an einem Strauch als auch an einem Baum. Entsprechend unterschiedlich fallen die Wuchshöhen aus, die sich zwischen einem und zehn Metern bewegen. Ähnlich wie die Süßkirschen blühen auch Sauerkirschen weiß und präsentieren ihre Blüten mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern. Zu sehen sind die prachtvollen Blüten im April und Mai, jeweils rund zwei Wochen nach denen der Süßkirschen.

Die daraus hervorgehenden Steinfrüchte messen zwischen 1,5 und zwei Zentimetern im Durchmesser und sind meist rund oder oval. Die Farbe changiert zwischen hellem und dunklem Rot, das teilweise ins Schwarze spielt. Erntezeit für Sauerkirschen ist im Juli.

Beliebt sind Sauerkirschen aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit. Frost macht den Bäumen relativ wenig aus, doch sollte für den Baum ein windgeschützter und sonniger Platz ausgewählt werden.

Lediglich im ersten Jahr bedarf ein frisch gepflanzter Sauerkirschbaum noch der regelmäßigen Bewässerung, danach ist eine zusätzliche Wassergabe nur an heißen und trockenen Tagen erforderlich. Es empfiehlt sich, die Bäume jeweils nach der Ernte zu schneiden, um die Entstehung neuer Triebe zu beschleunigen.

Botanisch wird zudem zwischen verschiedenen Sorten von Sauerkirschen unterschieden, die ihrerseits jeweils Untersorten bilden. Besonders bekannt sind die Schattenmorellen sowie die Amarellen.

Inhaltsstoffe der Sauerkirschen

100 Gramm Sauerkirschen liefern einen Brennwert von 53 kcal. Die Zusammensetzung besteht aus 0,5 Prozent Fett, 0,9 Prozent Protein sowie 9,9 Prozent Kohlenhydraten.

Ihren gesundheitlichen Wert ziehen Sauerkirschen vor allem aus den enthaltenen Pflanzenphenolen. Hier sind im Besonderen die Anthocyane zu erwähnen, die als Antioxidantien wirken. Auch zu erwähnen ist das Melatonin.

Ebenfalls enthalten Sauerkirschen B-Vitamine und Vitamin C und Kalium.

Verwendung von Sauerkirschen

Aufgrund der schlechten Lagerfähigkeit, werden Sauerkirschen in aller Regel frisch verzehrt oder zu Konfitüre verarbeitet. Auch auf Kuchen wie der Schwarzwälder Kirschtorte oder im Kompott finden die Früchte Verwendung. Des Weiteren werden auch Obstweine, -liköre und -brände aus Sauerkirschen hergestellt.

In der herzhaften Küche findet sich das kleine rote Steinobst gelegentlich als Beigabe zu Wildgerichten, fristet im Großen und Ganzen jedoch eher ein Schattendasein.

Neben Menschen mögen auch Bienen Sauerkirschen. Der Nektar weist einen hohen Zuckergehalt auf, weswegen Imker die Trachtpflanze hoch schätzen.

Verbreitung und Herkunft von Sauerkirschen

Frau in der Küche
In Deutschland werden Sauerkirschen vor allem in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen kultiviert. Gegenüber den Süßkirschen ist die Erntemenge aber deutlich geringer. Dennoch boomt der Anbau der Sauerkirsche und hat sich weltweit seit den 1960er Jahren verdoppelt. 70 Prozent der weltweiten Erntemenge wurde 2004 in Europa erzielt und vor allem Ungarn, Serbien und Polen nehmen hier die vorderen Plätze ein.

Die wohl wichtigste Sorte ist die Schattenmorelle. Der Name wurde bereits 1598 erwähnt und geht auf das  mittlerweile zerstörte Chateau de Moreille zurück, was jedoch nur eine von mehreren Thesen zur Namensherkunft ist.

Die Geschichte der Sauerkirschen liegt im Dunkeln. Vermutlich gehen sie ebenso wie die Süßkirschen auf die seit vorchristlicher Zeit kultivierten Kirschbäume zurück. In diesem Fall wäre Kleinasien die Heimat, was auch durch den Namen Kirsche von der türkischen Hafenstadt Kerasos (heute Giresun) unterstrichen wird.

Ähnliche Sorten: Pflaume | Aprikose | Mandeln | Süßkirschen

Kalorien und Nährwerte Sauerkirschen

Hier finden Sie die Nährwerte für Sauerkirschen. Für weitere Informationen öffnen Sie die Kalorientabelle. Dort haben Sie auch die Möglichkeiten die Mengen umzurechnen oder in den Kalorienrechner einzufügen.

Nährwerte pro 100g

Eiweiß:
Fett:
Kohlenhydrate:
    davon Zucker:
Ballaststoffe:
Alkohol:

Kalorien:
Energiedichte:

0.8g
0.0g
9.0g
8.0g
0.4g
0.0g

40 kcal / 168 KJ
0.4 kcal/g
Energiedichte:

Die Energiedichte gibt an wieviel Kalorien in 1g des Lebensmittels stecken. Je höher der Wert desto weniger sollte man davon verzehren. Zum Sattessen eigenen sich besonders die Lebensmittel mit grüner Energiedichte.

Legende der Symbole:

0 bis 1.5 kcal/g
- uneingeschränkt
1.6 bis 2.3 kcal/g
- in Maßen
ab 2.4 kcal/g
- selten

Getränke stellen hier eine Ausnahme dar. Da diese nicht zur Sättigung beitragen ist die Energiedichte bereits ab 0.1 kcal/g hoch und damit nur selten zu verzehren.

Nährwertverteilung pro 100g

  
 Eiweiß: 0.8%
  
 Kohlenhydrate: 9.0%
  
 Ballaststoffe: 0.4%
  
 Andere (Wasser etc.): 89.8%


alle Sorten in der Übersicht

Kategorie: Obst
Erscheinungsdatum:
Autor: Textfisch -


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