Meerrettich

Meerrettich

Warum der gerade in der deutschen Küche sehr beliebte Meerrettich (lateinisch: Armoracia rusticana) eigentlich Meerrettich heißt, weiß keiner so genau. Manche glauben, das „Meer“ stammt vom alten deutschen Wort für Pferd, nämlich „Mähre“. Und in der Tat heißt der Meerrettich in England auch „horseradish“, also „Pferderettich“. Anderen Deutungen zufolge leitet sich der Name tatsächlich vom Meer ab, da die Wurzeln in ihren Herkunftsländern häufig an der Küste wachsen. Es könnte jedoch auch einfach „mehr“ im Sinne von „großer Rettich“ bedeuten. 


Botanische Merkmale von Meerrettich

Gemüsekorb
Auch wenn praktisch jeder Meerrettich in seiner küchenfertigen Form kennt, wissen die wenigsten, wie die Pflanze aussieht. Dabei handelt es sich keineswegs um ein kleines Gewächs wie etwa eine Mohrrübe, sondern um eine durchaus beeindruckende Staude mit einer Höhe von bis zu 1,50, selten sogar zwei Meter. Am aufrecht stehenden, hohlen Stängel sind zahlreiche längliche Blätter angeordnet, die nach oben hin immer kleiner werden. Im Frühjahr bildet die Pflanze lange, traubenartige Blütenstände mit kleinen, weißen Blüten aus, aus denen später die Früchte – kleine, runde Schötchen – entstehen.

Das Überdauerungsorgan des Meerrettichs ist seine dicke, fleischige Wurzel.  Die Pflanze, die zu den Kreuzblütlern zählt, ist ausgesprochen widerstandsfähig und verkraftet Temperaturen von bis zu -50 Grad Celsius. Daher ist sie winterhart. Am besten gedeiht sie auf durchlässigen Böden wie Moor oder Sand. Unter günstigen Bedingungen kann die Pfahlwurzel ganze 60 Zentimeter lang werden, üblich sind aber eine Länge von 30 bis 40 Zentimeter und ein Durchmesser von vier bis sechs Zentimeter.

Am Ende verzweigt sich die Wurzel in viele kleine Äste. Mit diesen „Fechser“ genannten Ablegern kann die Pflanze vermehrt werden. Dazu werden bei der Ernte geeignete Seitentriebe von der Mutterwurzel entfernt und entweder gleich im Herbst oder nach kühler Lagerung in feuchtem Sand im nächsten Frühjahr (von März bis April) in vorbereitete, schräg verlaufende Pflanzlöcher gesetzt. Die Löcher dürfen weder zu steil noch zu flach sein, da sich die Wurzel sonst nicht optimal entwickelt. Die Fechser werden in ungedüngten Boden gesetzt, dürfen zur Hauptwachstumszeit im Sommer aber kräftig gewässert und gedüngt werden. Erntereif ist die Wurzel, wenn die Blätter abzusterben beginnen.

Inhaltsstoffe von Meerrettich

Das hervorstechendste Merkmal von Meerrettich ist zweifellos seine Schärfe, die einem durchaus die Tränen in die Augen treiben kann. Das liegt an den enthaltenen Senfölen, den sogenannten Glucosinolaten. Darüber hinaus enthält die Wurzel des Meerrettichs Flavonoide wie Quercetin und Enzyme wie Myrosinase. Außerdem ist sie reich an den Vitaminen C, B1 und B2 sowie an Mineral- und sekundären Pflanzenstoffen.

Meerrettich als Gewürz und Heilmittel

Gewürze
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Meerrettich vor allem als Dip zu gekochtem oder gebratenem Fleisch beliebt. So ist er unverzichtbare Beilage zum österreichischen Tafelspitz oder zu Nürnberger Würstchen. Serviert wird er meistens als Sahne- oder als Apfelmeerrettich, bei dem die geriebene Wurzel mit Sahne beziehungsweise geriebenem Apfel vermengt wird. In Frischkäse wird er auch gerne als Brotaufstrich gegessen.

Aufgrund der enthaltenen Senföle ist Meerrettich ein wirksames Naturheilmittel. Sie hemmen die Vermehrung von Bakterien, daher  wird Meerrettich gerne unterstützend bei Blasenentzündungen und Erkältungen eingesetzt. Dabei wird der Meerrettich einfach gerieben und pur oder vermischt gegessen. Werden die ätherischen Öle beim Schneiden der Wurzel einatmet, macht das eine verstopfte Nase frei. Breiauflagen mit Meerrettich helfen bei Husten, Kopfschmerzen und neuralgischen Schmerzen wie Ischias oder Hexenschuss.  

Ursprung und Verbreitung von Meerrettich

Die ursprüngliche Heimat von Meerrettich ist das Wolga-Donau-Gebiet, wo er wild entlang von Wegen und auf Schuttplätzen wächst. Angebaut wird er in allen klimatisch gemäßigten Zonen Europas. Im deutschsprachigen Raum sind für den Meerrettich auch regionale Bezeichnungen wie Kren oder Beißwurzel geläufig.

Ähnliche Sorten: Weißkohl | Rotkohl | Rettich | Radieschen

Kalorien und Nährwerte Meerrettich

Hier finden Sie die Nährwerte für Meerrettich. Für weitere Informationen öffnen Sie die Kalorientabelle. Dort haben Sie auch die Möglichkeiten die Mengen umzurechnen oder in den Kalorienrechner einzufügen.

Nährwerte pro 100g

Eiweiß:
Fett:
Kohlenhydrate:
    davon Zucker:
Ballaststoffe:
Alkohol:

Kalorien:
Energiedichte:

1.2g
0.6g
12.0g
8.0g
3.3g
0.0g

65 kcal / 272 KJ
0.6 kcal/g
Energiedichte:

Die Energiedichte gibt an wieviel Kalorien in 1g des Lebensmittels stecken. Je höher der Wert desto weniger sollte man davon verzehren. Zum Sattessen eigenen sich besonders die Lebensmittel mit grüner Energiedichte.

Legende der Symbole:

0 bis 1.5 kcal/g
- uneingeschränkt
1.6 bis 2.3 kcal/g
- in Maßen
ab 2.4 kcal/g
- selten

Getränke stellen hier eine Ausnahme dar. Da diese nicht zur Sättigung beitragen ist die Energiedichte bereits ab 0.1 kcal/g hoch und damit nur selten zu verzehren.

Nährwertverteilung pro 100g

  
 Eiweiß: 1.2%
  
 Fett: 0.6%
  
 Kohlenhydrate: 12.0%
  
 Ballaststoffe: 3.3%
  
 Andere (Wasser etc.): 82.9%


alle Sorten in der Übersicht

Kategorie: Gemüse
Erscheinungsdatum:
Autor: Textfisch -


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