Kartoffeln

Kartoffeln

Ein Leben ohne Kartoffeln: das wäre zumindest hierzulande kaum denkbar. Die Pflanze, die botanisch unter dem lateinischen Namen Solanum tuberosum firmiert, ist – je nach Region – auch als Erdapfel oder Grundbirne bekannt. So „urdeutsch“ die Kartoffel auch wirken mag, Ihre Herkunft liegt in den Anden. Von dort gelangte die Knolle erst im 18. Jahrhundert nach Deutschland, genauer gesagt nach Preußen.


Botanische Merkmale der Kartoffeln

Gemüsekorb
Was landläufig als Kartoffel bekannt ist, sind die im Boden wachsenden Knollen der gleichnamigen Pflanze. Die eigentliche Pflanze wächst oberirdisch bis zu einem Meter, kann jedoch auch über den Boden „klettern“.

Die Blüten der Kartoffeln sind wie kleine Glocken geformt und weiß mit bläulichem Schimmer. Die Kartoffeln selbst, sind keineswegs die Früchte der Pflanze, die eine gelblich-grüne Beere mit zahlreichen Samen darstellt. Diese Beeren sind – wie auch die übrigen grünen Pflanzenteile der Kartoffeln – ungenießbar. Ebenfalls sollten Kartoffeln, die im Licht gelagert eine grünliche Färbung angenommen haben, nicht mehr gegessen werden.

Um ideal zu wachsen und maximale Erträge zu bringen, bedürfen Kartoffeln Tagestemperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Die Bodentemperatur muss – auch nachts – mindestens bei 15 Grad Celsius liegen, um das Wachstum der Knolle gewährleisten. Wird ein Temperaturminimum von zehn Grad Celsius unter- oder 30 Grad Celsius überschritten, so gedeihen Kartoffeln nicht.

Um Kartoffeln anzubauen, müssen die so genannten Keimkartoffeln in den Boden gesetzt werden. Im industriellen Anbau wird hierzu mit Legemaschinen gearbeitet, die die Knollen sowohl einpflanzen, als auch den Boden darüber aufschütten. Das Kraut bzw. die oberirdische Pflanze stirbt nach der Ernte ab und bietet keinen landwirtschaftlichen Nutzen.

Kartoffeln werden in frühreife, mittelfrühreife und späte Sorten unterschieden. Die Ernte erfolgt entsprechend zwischen Juni und Oktober. Zu den bekanntesten Sorten zählen die Linda, Agria, Sieglinde oder auch das Bamberger Hörnchen.

Nährwerte der Kartoffeln

Der Nährwert der Kartoffeln ist unbestritten. Wenngleich es sich genau genommen um ein Gemüse handelt, werden die goldgelben Knollen meist als Beilage genutzt. Der Wassergehalt der Kartoffel liegt bei 77 Prozent. Ihren hohen Brennwert von 71 kcal auf 100 Gramm beziehen die Kartoffeln aus dem Anteil von 15 Prozent Kohlenhydraten. Überdies enthalten die Knollen zwei Prozent Protein und 0,1 Prozent Fett sowie 2,1 Prozent Ballaststoffe. Die Eiweißmenge mag auf den ersten Blick gering erscheinen. Es handelt sich jedoch um ein überaus verwertbares und nahrhaftes Protein, das die Kartoffel in diesem Bereich einzigartig macht.

Zuletzt sind auch viele Vitamine wie B1, B2 und C sowie  Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor und Eisen erwähnenswert.

Die Nutzung der Kartoffel

Frau in der Küche
Kartoffeln finden in der Küche auf vielfältige Weise Verwendung. Wichtig ist dabei, dass die Knollen stets zubereitet werden müssen. Der Grund liegt im bitten Solanin, mit dem sich die rohen Kartoffeln vor möglichen Fressfeinden schützt.

Neben gekochten Kartoffeln lassen sich die leckeren Energiespender auch braten, frittieren oder backen. Dadurch, dass zwischen fest-, vorwiegend fest- und mehligkochenden Sorten unterschieden wird, findet sich für nahezu jeden Zweck die passende Kartoffel.

Abgesehen von der Zubereitung für Speisen, finden Kartoffeln auch als Futterpflanze sowie in der Alkoholherstellung Abnehmer.

Herkunft und weltweite Verbreitung

Der Siegeszug der Kartoffeln in Deutschland lässt sich mit keinem anderen Gemüse vergleichen. Erst im 16. Jahrhundert kam die ursprünglich südamerikanische Pflanze nach Europa und wurde zunächst als Zierpflanze genutzt.

Der erste Anbau in Deutschland erfolgte vermutlich 1647 durch Kaiser Ferdinand III.. Besonderen Schub erhielt die Entwicklung jedoch durch den so genannten „Kartoffelbefehl“ des preußischen Königs Friedrich II.. Der „Alte Fritz“ ordnete seit 1746 den flächendeckenden Anbau an und erreichte damit die flächendeckende Durchsetzung.

Heutzutage rangiert Deutschland mit einer jährlichen Anbaumenge von 10,6 Millionen Tonnen (2012) hinter China, Indien, Russland, der Ukraine und den USA auf dem weltweit sechsten Platz der Kartoffelanbaustaaten.

Ähnliche Sorten: Tomate | Paprika | Aubergine

Kalorien und Nährwerte Kartoffeln roh

Hier finden Sie die Nährwerte für Kartoffeln roh. Für weitere Informationen öffnen Sie die Kalorientabelle. Dort haben Sie auch die Möglichkeiten die Mengen umzurechnen oder in den Kalorienrechner einzufügen.

Nährwerte pro 100g

Eiweiß:
Fett:
Kohlenhydrate:
    davon Zucker:
Ballaststoffe:
Alkohol:

Kalorien:
Energiedichte:

1.7g
0.3g
16.0g
2.1g
1.8g
0.0g

77 kcal / 323 KJ
0.8 kcal/g
Energiedichte:

Die Energiedichte gibt an wieviel Kalorien in 1g des Lebensmittels stecken. Je höher der Wert desto weniger sollte man davon verzehren. Zum Sattessen eigenen sich besonders die Lebensmittel mit grüner Energiedichte.

Legende der Symbole:

0 bis 1.5 kcal/g
- uneingeschränkt
1.6 bis 2.3 kcal/g
- in Maßen
ab 2.4 kcal/g
- selten

Getränke stellen hier eine Ausnahme dar. Da diese nicht zur Sättigung beitragen ist die Energiedichte bereits ab 0.1 kcal/g hoch und damit nur selten zu verzehren.

Nährwertverteilung pro 100g

  
 Eiweiß: 1.7%
  
 Fett: 0.3%
  
 Kohlenhydrate: 16.0%
  
 Ballaststoffe: 1.8%
  
 Andere (Wasser etc.): 80.2%


alle Sorten in der Übersicht

Kategorie: Gemüse
Erscheinungsdatum:
Autor: Textfisch -


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