Grünkohl

Grünkohl

Winterzeit ist Grünkohlzeit. Der Grünkohl (lateinisch Brassica oleracea var. sabellica L.) ist eine besondere Züchtung des Kohls und ist unter verschiedenen Namen bekannt. So spricht man – je nach Region – auch von Braunkohl, Winterkohl, Federkohl oder aufgrund seiner Wuchsform Lippische bzw. Friesische Palme.


Botanische Eigenschaften von Grünkohl

Gemüsekorb
Der Grünkohl zeigt sich in botanischer Hinsicht als enger Verwandter von Rotkohl, Weißkohl, Wirsing und anderen Kohlsorten. Eine der Gemeinsamkeiten liegt beispielsweise in der Blütenbildung ab dem zweiten Jahr und dem schnellen Wachstum. Anders, als es der Name vermuten ließe, sind die Blüten des Grünkohls leuchtend gelb. Die Köpfe des Grünkohl sind stark gekräuselt, die Blätter befinden sich dabei an dicken Rippen, die allerdings bei der Zubereitung entfernt werden. Die Wuchshöhe liegt in aller Regel zwischen 40 und 60 Zentimetern.

Wer Grünkohl im eigenen Garten ziehen möchte, sollte hierfür einen möglichst neutralen Untergrund wählen. Zudem bedarf es einer umfassenden Düngung. Praktischerweise zeigen die Pflanzen an, wenn es ihnen an Nährstoffen fehlt. Insbesondere die Gelbfärbung der Blätter macht eine weitere Verabreichung von Dünger notwendig. Darüber hinaus sind ein sonniger Standort sowie regelmäßiges Gießen unerlässlich.

Seine Besonderheit offenbart der Grünkohl erst bei der Ernte. Während seiner „Geschwister“ bereits ab September auf den Speisezetteln landen, bedarf es zunächst des Frostes, um das Gemüse zur vollen Reife zu bringen. Der Grund liegt im Zuckergehalt, der bei niedrigen Temperaturen ansteigt und für den charakteristischen Geschmack sorgt. Entsprechend beginnt die Erntezeit meist erst im November, dauert dafür aber auch bis in den März an. Der Zuckergehalt hat übrigens nicht nur geschmackliche Vorteile, sondern bewirkt auch, dass der Grünkohl leichter verdaulich wird.

Dadurch, dass der Grünkohl so genannte „Palmen“ bildet und daher ein großes Volumen erreicht, kommt das gesunde Gemüse im Handel immer auch vorgeschnitten vor. Entscheidend für eine Beurteilung der Qualität sind die Farbe sowie die Knackigkeit der Blätter. Wer möchte, kann diese dann auch einige Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Gesundes Wintergemüse – gesunde Inhaltsstoffe

Ab jetzt gesund
Seinen guten Ruf genießt der Grünkohl vor allem aufgrund seiner vielen gesunden Inhaltsstoffe. An Kalorien geizt das Gemüse und eignet sich mit 34 kcal auf 100 Gramm bestens für eine Diät. Der Anteil an Kohlenhydraten liegt bei runden 2,5 Prozent, Eiweiß ist mit knapp vier Prozent vertreten und auf Fett und Ballaststoffe entfallen ein bzw. vier Prozent.

Im Vergleich mit anderen Kohlsorten spielt der Grünkohl dann beim Vitamingehalt seine Trümpfe aus. Bereits 100 Gramm der Leckerei reichen aus, um den menschlichen Tagesbedarf an Vitamin C zu decken. Ebenfalls herausragend ist der Gehalt an Kalzium und auch Vitamin E und A sind in Hülle und Fülle vorhanden.

Grünkohl in der Küche

Frau in der Küche
Entsprechend der Jahreszeit wird Grünkohl meist mit Fleisch kombiniert. In Norddeutschland ist das Grünkohlessen sogar ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem sich dann auch die lokale Prominenz die Ehre gibt. Begehrt ist dabei der Titel als „Grünkohlkönig“, den schon einige Berühmtheiten innehatten.

Auch werden bis heute die so genannten „Kohlfahrten“ oder „Kohltouren“ unternommen, bei denen gezielt Landgasthöfe zum Grünkohlessen (und dem Trinken allerlei alkoholischer Getränke) angesteuert werden. Besonders beliebt sind dabei die Regionen rund um Bremen und Oldenburg.

Zu den klassichen Gerichten zählen die Zubereitung mit „Pinkel“, was eine besondere Form der Grützwurst meint. Ebenfalls beliebt ist die Zugabe von Mettwürsten, von Kasseler und auch Kartoffeln dürfen selten fehlen.

Nur die wenigsten Menschen wissen, dass Grünkohl auch als Rohkost verspeist werden kann und in der Küche der US-amerikanischen Südstaaten einen festen Platz einnimmt.

Geschichte und Verbreitung von Grünkohl

Entsprechend der Traditionen ist der Grünkohl auch in Norddeutschland besonders verbreitet. Seine Herkunft lässt sich allerdings in den östlichen Mittelmeerraum verorten.

In Oldenburg wurde das Gemüse erstmals 1545 gereicht, es erhebt jedoch auch Bremen den Anspruch auf erste Verbreitung in Deutschland.

Heute wird das Gemüse sowohl in den Staaten Mittel- und Westeuropas aber auch in den USA sowie in West- und Ostafrika angebaut.

Eine Besonderheit des Grünkohls ist seine Funktion beim so genannten Biomonitoring. Hier wird das Gemüse genutzt, um den Gehalt von Schadstoffen in der Luft zu messen.

Ähnliche Sorten: Weißkohl | Rosenkohl | Rotkohl | Blumenkohl

Kalorien und Nährwerte Grünkohl

Hier finden Sie die Nährwerte für Grünkohl. Für weitere Informationen öffnen Sie die Kalorientabelle. Dort haben Sie auch die Möglichkeiten die Mengen umzurechnen oder in den Kalorienrechner einzufügen.

Nährwerte pro 100g

Eiweiß:
Fett:
Kohlenhydrate:
    davon Zucker:
Ballaststoffe:
Alkohol:

Kalorien:
Energiedichte:

3.8g
0.8g
2.7g
2.0g
4.0g
0.0g

41 kcal / 172 KJ
0.4 kcal/g
Energiedichte:

Die Energiedichte gibt an wieviel Kalorien in 1g des Lebensmittels stecken. Je höher der Wert desto weniger sollte man davon verzehren. Zum Sattessen eigenen sich besonders die Lebensmittel mit grüner Energiedichte.

Legende der Symbole:

0 bis 1.5 kcal/g
- uneingeschränkt
1.6 bis 2.3 kcal/g
- in Maßen
ab 2.4 kcal/g
- selten

Getränke stellen hier eine Ausnahme dar. Da diese nicht zur Sättigung beitragen ist die Energiedichte bereits ab 0.1 kcal/g hoch und damit nur selten zu verzehren.

Nährwertverteilung pro 100g

  
 Eiweiß: 3.8%
  
 Fett: 0.8%
  
 Kohlenhydrate: 2.7%
  
 Ballaststoffe: 4.0%
  
 Andere (Wasser etc.): 88.7%


alle Sorten in der Übersicht

Kategorie: Gemüse
Erscheinungsdatum:
Autor: Textfisch -


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